Die SMUL‑Werkstatt am 28. Oktober 2026 war mit 65 Teilnehmenden ein voller Erfolg. Gemeinsam mit Praxis, Industrie & Forschung diskutierten wir: Was kann KI im Feld und Büro bereits leisten, wo bestehen Lücken und Entwicklungsbedarfe?
Bei der Auftaktexkursion zur Saat-Gut Plaußig Voges KG, einem innovativen Ackerbaubetrieb am Rand von Leipzig, gaben Dr. Anna Catharina Voges und Benedikt Biermann den Teilnehmenden erste wichtige Impulse vom Feldrobotereinsatz bis zur Drohne.
In den altehrwürdigen Gemäuern der Leipziger Universitätsbibliothek Albertina demonstrierte Landwirt Andreas Dörr aus der Rhön wie er seinen Betrieb mit digitalen Werkzeugen und KI-Unterstützung führt.
Von Predictive Maintenance-Technologien von Estino über Computer Vision zur Beikrauterkennung bei Grünspecht Vision Labs und KI-gestützte Treibhausgasbilanzierung und Prozessoptimierung im Pflanzenbau (Projekt KIPTOP) von InfAI – Institut für Angewandte Informatik und IAK Agrar Consulting GmbH bis zum Blick über den Tellerrand in die Landwirtschaft unter kontrollierten Umgebungsbedingungen – das Vertical Farming bei greenhub solutions GmbH: Hier wurde die Bandbreite deutlich, mit welcher sächsische Unternehmen landwirtschaftliche Zukunft mitgestalten.
Wie weit die Praxis beim Einsatz von KI-Lösungen ist, zeigten Best-Practices: Laserbasierte Beikrautregulierung im Feldgemüsebau bei der Landgut Nemt GmbH, baumspezifisches Precision Farming bei der Obstland Dürrweitzschen AG, Feldmausbefall-Erkennung auf dem Landwirtschaftsbetrieb Ranscht Weißenfels von Leon Ranscht, der die Challenge für den „Tausendkorn-Hackathon“ lieferte.
Dieser wurde am Vortag vom Smart Farming Lab der Universität Leipzig mit Unterstützung von Agronym e.V. und Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH ausgerichtet. Drei interdisziplinäre Teams widmeten sich der Challenge mit einfachsten Mitteln – einem Smartphone und einem weißen Blatt Papier – die Tausendkornmasse von Getreide zu bestimmen, unter anderem als wichtiger Parameter, um Drillmaschinen entsprechend der gewünschten Aussaatstärke korrekt einzustellen. Ihre Prototypen begeisterten Jury und Fachpublikum.
Herzlichen Glückwunsch an Felix Bajus und Louis Roth vom Gewinnerteam „Granum*ai“!
In Themeninseln standen die Vereinfachung von Verwaltungsprozessen mittels KI, Bedienbarkeit & Vertrauenswürdigkeit von KI-basierten Systemen sowie weitere Anforderungen und Lösungsansätze im Pflanzenbau im Mittelpunkt. Dabei zeigte sich die Notwendigkeit einer umfassenden sowie validen Wissens- und Datenbasis – sei es für Anwendungen im Feld oder in der Verwaltung. Computer Vision wurde großes Potenzial bei der Automatisierung von Routineaufgaben zugeschrieben. Betriebliche Datenanalyse könne ökonomische Potenziale von betrieblichen Prozessen bis hin zu Ertrag und Qualität erschließen. Bei der Akzeptanz von KI-Lösungen spielten Bedienbarkeit und Nachvollziehbarkeit eine große Rolle. Um diese zu erreichen, müssten zudem Nutzen, Mehrwert und Wirtschaftlichkeit gegeben sein.
Exkursion, Pitches, Praxisbeispiele, Themeninseln und „Markt der Möglichkeiten“ schufen eine inspirierende Plattform für Austausch und Vernetzung.
Herzlichen Dank an das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL), die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH und das Team des Smart Farming Lab, welche diese gemeinsame Veranstaltung ermöglichte.
Die Anforderungen der landwirtschaftlichen Praxis und diskutierte Lösungsansätze bilden die Basis für künftige Kooperationen sowie Pilotprojekte in Sachsen und darüber hinaus. Wir freuen uns auf die nächsten Schritte!
Bilder: WFS/Foto Jens Ahner









